29.11.2017

Vintage St. Pauli – HSG Elbvororte 23:16 (9:8)

26.11.17, 19:45, Budapester Straße

Die wollen nur spielen

Irgendwie fühlt es sich falsch an, ungeschlagener Tabellenführer in der Greisenliga zu sein. Man kommt sich vor wie ein Streber, der sich in die Raucherecke im Schulhof verirrt hat, wo die ganzen Oberstufler rumlungern. Oder als würde man in Anzug und Krawatte mit ‘ner Fritz-Cola am Grünen Jäger rumstehen.

Weil – eigentlich wollen die ja alle nur spielen. Rellingen jetzt mal ausgenommen: die wollten tatsächlich gewinnen, was wir nicht natürlich nicht zulassen durften.

Aber die Blankeneser waren ganz offensichtlich mit 8 Mann in die Buda gekommen, um nur mal an ‘nem Sonntagabend ein bißchen den Ball kreisen zu lassen. Und dann stoßen sie sich die alten Knochen an Wilde, der einfach nur den Körper reingestellt hat. Und sie dann im Duett mit Falk schwindlig spielt. Und sie dürfen mir hinterherrennen, nur weil ihnen mal so ein bißchen der Ball versprungen ist (für einen Endvierziger bin ich ja erstaunlich flott unterwegs). Und Ingo fängt so ziemlich alles, was aus dem Rückraum kommt und spielt Gegenstoßpässe, die fast ankommen.

Kurzum: uns sind in der zweiten Halbzeit ein bißchen die Gäule durchgegangen und wir haben vielleicht eine kleine Schippe mehr draufgehauen, als unbedingt nötig war. Im ersten Durchgang haben wir uns ja noch brav ans Drehbuch gehalten: nach vorne traben, bißchen passen, dann etwas Druck (aber nicht zuviel) und dann den Ball ins Aus oder neben das Tor werfen. Oder die Siebenmeter dem kleingewachsenen Torhüter auf die Füße legen. Und dann gemächlich wieder zurücktraben und immer schön dem Gegner den Vortritt lassen, oder vielleicht auch mal ein kleines bißchen selbst in Führung gehen – aber nicht zu sehr. 1a Altherrenhandball halt.

An Wolles Pausenansprache kann es nicht gelegen haben, daß wir dann so angezogen haben. Die hatte das Temperament eines schlaftrunkenen Schweigemönchs. Wir hatten bis dahin aber allesamt absolut beschissene Wurfquoten, und André und ich haben uns bemüht, unsere Quoten ein bißchen zu verbessern und dann hat das Ganze eine Eigendynamik entwickelt.

Am Ende haben wir alle geschwitzt (außer Klaus), obwohl wir so viele waren, und es gab sogar ein paar deutliche Unmutsäußerungen unserer Gegner nach angeblich ruppigem Körperkontakt. Aber der Schiri hatte das immer im Griff. Es bestand zu keiner Zeit Gefahr für das Publikum.

Und schließlich waren auch die Blankeneser zufrieden, weil sie was von dem Kuchen abbekamen, den die Damen von der Vierten mitgebracht hatten.
Denn darum geht‘s doch letztlich: Bier und Kuchen am Sonntagabend und vorher ein bißchen den Ball kreisen lassen.
(arne)

Es spielten: Ingo (Tor), Krause, Klaus, Jörg K., Falk, Guido, Christian, André, Arne, Bruno (Tor), Wilde, Engel, Wolle (Coach)

Zurück