Ergebnisse & Spielberichte
vom Wochenende

10./11.4.2010
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1. Frauen
FC St. Pauli 1
[spielfrei]
2. Frauen
FC St. Pauli 2
[spielfrei]
3. Frauen
FC St. Pauli 3 - TVB Hamburg 1
14:22 (7:10)

weibliche D-Jugend
FC St. Pauli
[spielfrei]
männliche D-Jugend
FC St. Pauli
[spielfrei]
E-Jugend
FC St. Pauli
[spielfrei]

1. Herren

HSG Red/Blue 1 - FC St. Pauli 1
23:23 (14:15)

Überfordertes Personal

"…aber wer hatte denn jetzt die Haxe? Und wieso habe ich jetzt ein Bier über? Wie, noch mehr von Euch wollen bestellen?..." Hektisch rotiert der gestresste Kellner in bajuwarischen Strapsen vor unseren Augen seinem krachledernen Kollaps entgegen. Ja, wir wollen etwas essen. Und ja, die eine oder der andere von uns hatte vorsichtig den Wunsch geäußert, sich die Kehle mit einem zweiten kühlen Nass binnen zwei Stunden zu benetzen - zugegebenermaßen ein etwas ungewöhnliches, wenn nicht gar dreistes Ansinnen in diesem Etablissement noch dazu zu dieser Tageszeit. Wir befinden uns nämlich im bumsvollen Hofbräuhaus zu Hamburg um 22:30 Uhr an einem Samstag. Und zwar nicht an irgendeinem Samstag, nein, an eben jenem Samstag, dem Samstag, den wir alle schon so lange herbeigesehnt hatten, am Samstag, den 10. April 2010. Vor nicht einmal vier Stunden hatten wir unser Rückspiel gegen Red-Blue beendet und waren Zeugen eines Schauspiels geworden, welches uns diese krasse Überforderung gastronomischen Personals als ein Déjà-Vu erscheinen ließ…

In der Hitliste der Dinge, die jemanden in der Gunst neutraler Beobachter schneller sinken lassen als Atommüll im Korallenriff, gehören neben Rollstuhlreifenzerstechen und Welpenverarschen die Disziplinen Beschwerden über Kellner und Schiri-Schelte nach einem misslich verlaufenem Handballspiel sicherlich zu den unangefochtenen Spitzenreitern. Trotzdem, manchmal muss das sein, denn: DAS WAR ZU ARG!

Sicherlich: jeder kann mal einen schlechten Tag haben. In der ersten Halbzeit sah es schließlich so aus, als hätten wir so einen auch erwischt. Einzig Inges starker Torwartleistung und Christians energischen Einzelleistungen im Angriff war es zu verdanken, dass wir nicht deutlich im Rückstand waren. Zwar hatten wir uns nach einigen Schreckminuten zumindest in der Abwehr der harten Spielweise der Gegner angepasst. Im Angriff aber fanden wir nur wenige spielerische Mittel gegen die aggressive offensive Abwehr der Bergedorfer. Für die zweite Hamburger Liga war das schon ein beachtliches Maß an Härte, das die Schiedsrichter zuließen. Woran ja zunächst eigentlich nichts auszusetzen ist - die Partie war nie wirklich unfair (bis auf… naja, dazu später), und als wir uns einigermaßen an diese Gangart gewöhnt hatten und dagegen hielten, wurde es ein spielerisch zwar nicht sonderlich hochklassiges, aber dafür temporeiches und umkämpftes Spiel. Spannend allemal. Und dann eben irgendwie doch unfair. Und das kam so:

Nachdem wir uns also auf die Deckung der Gegner eingestellt hatten, kamen wir immer häufiger auch zu leichteren Toren durch Gegenstöße oder Würfe aus der zweiten Reihe. Und als dann auch noch die Kräfte unserer Gegner Mitte der zweiten Halbzeit spürbar zu schwinden begannen, konnten wir uns das erste Mal etwas deutlicher absetzen (20:16). Dass wir wie im Hinspiel besser in Unterzahl als in Gleich- oder Überzahl agierten, war ein wichtiger Bestandteil unserer Überlegenheit in dieser Phase des Spiels, weil: WIR WAREN DIE MEISTE ZEIT IN UNTERZAHL. Wer das Hinspiel gesehen hat, der wird sich an das unausgeglichene Zeitstrafenverhältnis (St. Pauli: 9, Red-Blue: 2) erinnern. Dieses Mal betrug es St. Pauli: 10, Red-Blue: 3. Jeder halbwegs sachverständige Beobachter wird dieses Missverhältnis jedoch mitnichten auf unsere etwaig ungleich härtere und unfairere Spielweise zurückführen. Einen weiteren Anlass zu verblüffter Reminiszenz boten die Schiedsrichter - natürlich, das waren nämlich dieselben. Aber während wir im Hinspiel zu kaum einem Zeitpunkt zu unserem Spiel gefunden hatten und mit dem Unentschieden mehr als zufrieden sein durften, sahen wir in diesem Spiel noch drei Minuten vor Schluss wie der klare Sieger aus - der verdiente Sieger wohlgemerkt. Doch dann kam der Auftritt der "Unparteiischen".

Vier unberechtigte Zeitstrafen gegen uns in den letzten vier Minuten, nicht gegebene Freiwürfe, Phantasiepfiffe aus dem Wunderland der Regelkunde, das gehäufte Auftreten all dessen in den letzten vier Minuten (zusätzlich zu den ohnehin schon, sagen wir mal: fragwürdigen Pfiffen während des gesamten Spiels) lässt die Ausrede "schlechten Tag erwischt" als Interpretationsansatz des Verhaltens der Spielleiter schlicht lächerlich erscheinen. Kostprobe gefällig? In den letzten vier Minuten waren wir komplett in Unterzahl, phasenweise sogar 3:6.

Wenn man verpfiffen wird, gibt es im Prinzip nur drei Möglichkeiten: Die Fehlentscheidungen basieren auf menschlichem Versagen (ärgerlich, aber nachvollziehbar, Mund abwischen, weiter geht's), die Fehlentscheidungen waren beabsichtigt, aber in ihrer Anzahl gering oder gut getarnt (gute Verarsche ist auch eine Kunst, Mund abwischen etc.) oder aber sie waren einfach nur plump und damit unsportlich. Und das war hier der Fall. So überfordert können die Schiedsrichter gar nicht gewesen sein. Noch dazu, wenn sogar unsere Gegner uns in unserer Meinung bestärken und einer der beiden "Unparteiischen" bei jedem Tor von Red-Blue jubelt… Ein bisschen mehr Mühe beim Kaschieren der unlauteren Absichten wäre zu wünschen gewesen.

Aber egal: beide Mannschaften haben fair und hart gekämpft, den Zuschauern (übrigens ganz klares Plus auf Seiten unserer Super-Fans in Punkto Lautstärke, Ausdauer und Kreativität gegenüber den zahlenmäßig überlegenen Anhängern der Gastgeber) eine spannende Partie geboten und sich hinterher gut vertragen - so kann zweite Liga Spaß machen. Schade, dass wir nächstes Jahr IN DER HAMBURGLIGA SPIELEN!!!

Vielen Dank noch mal an alle Mitgereisten, Ihr habt uns einen unvergesslichen, tollen Handball-Tag und einen (bereits vergessenen) vollen Feier-Abend beschert. Was die die Unterstützung durch unsere Anhänger anbelangt, könnten wir auch ein, zwei Ligen überspringen. Ihr ward nicht nur eine große Hilfe, Ihr ward auch immer fair und habt Werbung gemacht für unseren Verein und unsere Sparte gemacht. Es würde den Rahmen sprengen, Euch die gebührende Huldigung angedeihen zu lassen, daher nur ein einfaches: weiter so! Und ganz großen Dank auch an unseren Trainer Tom für die Idee und die perfekte Planung dieser Königin unter den Butterfahrten. Eure Erste.

Spielverlauf aus der Sicht von St. Pauli: 1:4, 9:10; 14:11,20:16,23:19,23:23
2. Herren

FC St. Pauli 2
[spielfrei]

3. Herren
FC St. Pauli 3
[spielfrei]
4. Herren
FC St. Pauli 4
[spielfrei]
5. Herren
FC St. Pauli 5
[spielfrei]
6. Herren
FC St. Pauli 6 - TV Fischbek 4
25:10 (15:5)
Sieg! Aufstieg! Nie meeeeehr fünfte Liga!

Und jetzt muß ich was schreiben. Ich käme mir aber wirklich schäbig vor, wenn ich mich an dem Kantersieg gegen völlig überforderte Fischbeker aufgeilen würde. Folgendes muß man erwähnen:
- die allgemeine Einstellung der Mannschaft war spitze
- die Abwehr war auch spitze: wach, schnell, kompromißlos
- die Torhüter haben den Kasten zugenagelt
- das Tempospiel hat prima funktioniert

Jetzt fülle ich den Bericht also mit sinnlosen Fakten auf, aber vorher mach' ich mir noch einen Kaffee: Erstmal die Maschine anschalten und hochheizen - die brave Gaggia ®, die's mal für eine Freundschaftswerbung bei der Süddeutschen Zeitung ® gab. Siebträger, Plastikgehäuse, läuft auch nach sechs Jahren noch brav, wenn man sie hin und wieder entkalkt. Wasser ist auch noch im Tank.

Also: seit der unglücklichen Niederlage gegen Buchholz endeten alle unsere Spiele mit einem vielfachen von fünf als Tordifferenz: 10 gegen den TVB, 10 gegen Finkenwerder, 5 gegen Harburg, 0 gegen Hamm, 5 gegen Billstedt-Horn und jetzt 15 gegen Fischbek. Sat1 ließe sich eine solche Information einiges kosten.

Ich hingegen wärme jetzt die Tasse an. Das muß man tun, weil so ein Espresso ja im Verhältnis zur Tasse eine sehr kleine Masse hat. Also: kalte Tasse, kalter Kaffe. Und ich bin ja keine Krankenschwester. Zum Glück hat die Gaggia ® eine Dampf- und Wasserdüse. Damit geht das sehr gut, auch wenn's hinterher immer noch ein bißchen nachtropft. So. Hab' auch gleich das Sieb ausgespült.

Ole hat nachgemessen, daß wir den Saison-Minusrekord an Gegentreffern für unsere Liga aufgestellt haben. Jawoll! Dann müssen das davor die elf Tore gewesen sein, die wir beim TVB gefangen haben. Gegen Mümmelmannsberg sollten wir dann noch den 39-Tore-Wurfrekord von Buchholz brechen. Im Hinspiel - das wir mit 15 (!) Toren gewonnen haben - waren wir nahe dran.

Jetzt aber - neue Dose illy ® aufmachen. Vorsichtig, weil das Zeug unter Druck steht und einem gerne mal um die Ohren fliegt. Es geht nichts über eine frisch angebrochene Dose. Das gibt Crema! Da stimmt das Aroma! Rein ins Sieb und in die Tasse gepumpt. Ich bin gleich wieder da. (…)

Herrlich. Schwarz wie die Nacht, heiß wie die Hölle und süß wie die Sünde. Dazu ein Glas gutes Hamburger Leitungswasser. Dagegen können diese ganzen Vollautomaten nicht anstinken, wie sie gerade in jedem zweiten Haushalt stehen. Auch nur 'ne Modeerscheinung.

Sechs Spiele sind wir jetzt ohne Niederlage und ich zweifle nicht daran, daß es sieben werden. Nächstes Jahr wird's schwerer, aber ich bin optimistisch, daß wir nicht an unser letztes Viertligajahr anknüpfen werden. Das heißt dann übrigens "Kreisliga". Dann hat Hamburg endlich auch dieses undurchsichtige Ligengewirr aller anderen Verbände: Kreisliga, Kreisklasse, Bezirksliga, Landesliga, Verbandsliga, Oberliga, vielleicht noch Bezirksober- und unterliga und Verbandsleistungsklasse. 1 bis 5 war so schön einfach. Wie hätte eigentlich die siebte Liga geheißen? Stadtteilliga?

Zum Kaffee hätte ich eigentlich eines dieser leckeren Rumeier essen können, die sie bei REWE ® jetzt für den halben Preis verkaufen. Aber zu spät.

Meine Spionin auf dem Schneckenbänkchen hat mir übrigens gesteckt, daß wir auch den Schönheitswettbewerb gewonnen haben. Gerade auch in den Augen der Fischbeker Anhängerinnen. Besonders lobend wurde erwähnt, daß selbst unsere alten Säcke keinen Schwabbelbauch spazieren trugen. Da seht ihr's: das harte Work-Out bleibt nicht unbemerkt. Abstriche gab's aber auf der Torwartposition. Sorry, Jungs - mit dem blutjungen Fischbeker aus der zweiten Halbzeit konntet ihr nicht mithalten. Also - rein optisch jetzt... meinten die Frauen.

Zu großem Dank verpflichtet sind wir übrigens Sven Gronau, der sich breitschlagen ließ, den nicht erschienenen Schiri vom ETV zu vertreten. Sven hatte das Spiel gut im Griff und bewies sehr viel Gelassenheit und Souveränität, als sich der angesichts der eigenen Leistung verständliche Unmut der Fischbeker gegen seine Person richtete. Hut ab. Dank auch an Kiki und Maike von der 3. Damen, die als Kampfgericht die säumigen Schluris aus der 2. Herren substituierten. Jungs - ich hoffe, ihr wißt euch zu benehmen und gebt den Ladies mal einen aus. (arne)

Es spielten: Fabrice, Holger (3), Jörg (4), Ole (Tor), Timo (2), Jens (5), Simon, Martin (1), Arne S. (3), Felix (Tor), Sheng (4), Arne R. (1), Wolf (1)


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