3. Männer
TuS Esingen 2
23
23

FC St. Pauli 3 - TuS Esingen 2 23:23 (13:13) – Heimspiel am 07.10.2017, 20.00h, Sporthalle Thedestraße

––

Konfus

Da standen wir nun und wussten das Ergebnis nicht wirklich einzuordnen. Ja, man kann sagen, dass eine gewisse Konfusität auf der Platte herrschte. 23:23 – Unentschieden. Wir hatten den letzten Angriff. Jedoch haben wir auch noch 5 Minuten vor Toresschluss mit 20:23 hinten gelegen. Daher einigten wir uns schnell darauf einen Punkt gewonnen und nicht verloren zu haben.

fcsph-konfus

Dementsprechend gut gelaunt ging es nach dem Spiel auch zum Griechen um die Ecke, dem wir mal wieder einen Besuch abstatten wollten, da Möhrchen uns wochenlang damit in den Ohren lag…
Dort saßen wir dann bei lecker Giros und mehr als ausreichend Ouzo zusammen um am Höhepunkt des Abends Maltes drolliger Rede zur Nation oder naja, eher zu Malte lauschen zu dürfen. Auf jeden Fall Klassikerpotential. Dies war dann auch das letzte Konfuse des Tages.

Aber der Reihe nach…
(Ziemlich abgedroschene Einleitung irgendwie. Deshalb habe ich das mal bei Google nachgeschlagen und zu meiner Überraschung basiert die Redewendung mitnichten auf die „Reihenfolge“ oder ähnliches. Sie stammt aus dem französischen. Und zwar sagt man, dass im späten 18. Jahrhundert Marie Antoinette auf dem Weg zur Guillotine an Ihren mitverurteilten Unterstützern und engen Vertrauten direkt zum Schafott schreiten wollte. Jedoch war dies so gar nicht im Sinne des Schafrichters, ein scheinbar gewissenhafter Vertreter seiner Zunft zu damaligen Zeiten, der, ungeachtet ihres Status, in ihre Richtung laut rufte: „Tour à tour, un par un!“ – „Der Reihe nach, einer nach dem anderen“! Krasse Scheiße, oder? Ne, nicht wirklich, habe ich mir ausgedacht. Hab’ gar nicht gegoogelt. Mary hatte sicher ein Fastlane Ticket.)

Bereits kurz vor dem Spiel erntete der Trainer so einige konfuse Gesichter, als er Smallz, der mit gesenkten Blick und leicht hervorgeschobener Unterlippe nur so da stand, in der Kabine sanft den Rücken streichelte und in versammelte Runde meinte: „Der Jan, der kann heute nicht ganz so schnell vor und zurück laufen, da er Probleme mit der Wade hat!“.
Schlussendlich mussten wir nicht nur auf Smallz sonst äußerst dynamisches Umschaltspiel, sondern ganz auf ihn verzichten. Nach dem Aufwärmen ging nichts mehr. Da hat die Wade dicht gemacht.
Das war aber auch gar nicht so schlimm, hatten wir doch mit Hannes noch einen Ersatz parat, dem so zum Saisondebüt verholfen wurde. Und das machte er ordentlich. Mit guter Abwehrarbeit und als solider 7-Meter Schütze (so steht es im Spielbericht Malte!!).

Die erste Halbzeit hatten wir gegen einen kompakt stehenden und sicher spielenden Gegner weitestgehend im Griff. Wir konnten uns aber nicht absetzen, so dass es mit einem 13:13 in die Halbzeit ging.

In der Kabine verstand es das Trainerteam hervorragend uns taktisch, sowie mental auf die zweite Halbzeit einzustellen. Die Anspannung war zum greifen nah, Testosteron lag in der Luft. Stutzen wurden hochgezogen, Handgelenke geknackt und Ampullen zerbrochen, Bananen verschlungen. Alle Spieler waren sowas von bereit und warteten nur noch auf die letzten Anweisungen zur Formation um auf das Spielfeld stürmen zu können:

Trainer 1: „Jens rechts, André links, Benny Mitte, Hannes Mitte, Malte halb und ähhhhh…“
Trainer 1: „Nochmal, also Jens rechts, Hannes halb links“
Hannes: „Halb Links, im Angriff!?“
Trainer 2: „Nein, Abwehr – Angriffwechsel“
Trainer 1: „Kein Abwehr – Angriffwechsel mehr, dafür sind die zu flink“
Trainer 1: „Ich will Benny in der Abwehr halb links haben!“
Trainer 1: „Nochmal, Hannes rechts, Malte Mitte, Benny links und vorgezogen… ähhh…“
Random Linkshänder: „Sonst lass uns doch erstmal rausgehen!“
Trainer 2: „Ich hab’ ja mit den Schiris gesprochen und ihr müsst jetzt… bla bla bla“
Trainer 1: „Ich will Benny. Halb links. In der Abwehr. Verdammt!“
Trainer 1: „Geht erstmal raus, wir überlegen uns das nochmal und sagen dann gleich an“

Aaah ja. Anstatt im Stile eines geschlossen aggressiven Wolfsrudels, trotteten wir sichtlich konfus und in Kleingruppen, das soeben Geschehene aufarbeitend, auf die Spielfläche zurück.

Aber als erfahrene Truppe kann uns sowas ja nicht aus dem Konzept bringen. So haben wir in der zweiten Halbzeit nach Kräften gegen gehalten und es irgendwie geschafft mal so ein Spiel nicht in der Schlussphase zu versauen.

Der Rest ist Geschichte…
(Woah, noch so eine abgedroschene Spielberichtsphrase. Wusstet ihr eigentlich das dieser Ausruf auf Hamburgs berühmtesten Piraten Klaus… Ach das glaubt ihr mir ja eh nicht.)

––