1. Männer
TuS Esingen
27
25

FC St. Pauli - TuS Esingen 27:25 (11:10) – Heimspiel am 01.04.2017, 18.00h, Sporthalle Budapester Straße

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Mit Gegenteil

Am Ende war die Erleichterung natürlich groß. Endlich mal wieder gewonnen. Das Tagesziel mit viel Kampf und Krampf erreicht und ein Spiel von Anfang bis Ende durchgezogen. Viele hatten in den letzten Wochen schon eine sportliche Krise bei uns festgemacht, dabei hatten wir mit der Niederlage am Wochenende zuvor gerade den Nichtabstieg besiegelt. Der Wille an diesem Samstag war ungebrochen. Woran lag es diesmal? Warum nicht schon die Wochen zuvor?

Vor dem Spiel wurde viel gemauschelt, die Gerüchteküche brodelte. Ein Spieler des FC St. Pauli Handball wurde im HSV-Trikot gesichtet. Ein Aprilscherz oder doch ernsthafte Wechselabsichten? Einige Menschen im Umfeld der Mannschaft traf diese Nachricht völlig unvorbereitet und alle Reaktionen von Fassungslosigkeit bis Unverständnis waren dabei. Was steckte dahinter?

Nochmal von Anfang an. Wie auch die letzten Spiele haben wir uns auf den Gegner eingeschworen und unterschiedliche taktische Kniffe von Klaus an die Hand bekommen, mit der wir der jungen Truppe aus dem Hamburger Umland beikommen wollten. Egal ob die Burschen aus Esingen mit einer 0:6, 1:5, 2:4, 3:3, 4:2, 5:1 oder 6:0 Deckung aufwarteten, auf alles hatten wir eine Antwort parat. Jeder war top motiviert und wusste genau was zu tun war. Heute vor all unseren Nachwuchstalenten, der Zukunft, sollten und wollten wir uns von unserer besten Seite präsentieren. Am Ende kann man sagen, wir haben es mal wieder geschafft.

Das Spiel war handballerisch nicht immer extravagant, aber es war mitreißend, impulsiv und am Ende lag man sich siegestrunkend in den Armen. Große Erleichterung machte sich breit und egal wo man hinschaute, man blickte in zufriedene Gesichter. Nach dem Spiel saß man noch lange in der Kabine und einer der Unparteiischen wollte uns unbedingt noch von seinen Beobachtungen erzählen oder vielleicht nur die Chance auf ein gekühltes Bier wahrnehmen.

Vieles lief anders an diesem Abend. Wir haben gewonnen und nicht verloren. Nicht wie sonst immer, saß bzw. sprang L. als erster nackt durch die Kabine, sondern einer der älteren entblößte sich. Bei unserer reichhaltigen Brotzeit nach dem Spiel, war nicht die Fleischplatte als erstes leer, sondern es wurde stattdessen nach mehr Brot verlangt. Anstatt in die Nacht aufzubrechen und weiterzuziehen, standen wir bis spät in die Nacht vor geschlossener Halle und man erzählte sich aus dem Leben. Den Bulli als Getränkelieferanten stets zur Stelle.

Man kann sagen, das Gegenteil, in welcher Form auch immer, war heute ein Faktor. Außerdem konnte aufgeklärt werden, dass der Spieler im HSV-Trikot doch weiter bei uns spielen wird und das Ganze nur ein großes Missverständnis war. Zu guter Letzt blieb die Frage: Wer ist denn jetzt Aula?

Es hat mal wieder viel Spaß gemacht.

Eure 1. Männer

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