SG HH-Nord 4
5. Männer
13
33

SG Hamburg-Nord 4 - FC St. Pauli 5 13:33 (5:15), Auswärtsspiel am 01.04.2017, 18:45, Sporthalle Sthamerstraße

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Ein Taschenmesser zu Weihnachten

„Ein Mann geht seinen Weg,
Was ihn nicht umbringt, macht ihn stark.
Und am Ende der Nacht
Steht für ihn ein Sack parat.
Mit einem Orden für die Ausdauer,
Ein Schulterklopfen fürs Dabeisein,
Ein Taschenmesser zu Weihnachten
Und danke, daß du bleibst, wie du bist.“
Aeronauten – „Wie es sein muß“

Da hab‘ ich mich kürzlich hinreißen lassen, von unserer sagenhaft gut besetzten Bank zu schwärmen – und dann kriegen wir fürs letzte Saisonspiel gerade mal beschämende 8 Mann zusammen. Euer Glück (damit meine ich alle abwesenden), daß das qualitativ und besetzungstechnisch ganz gut paßte: auf jeder Position eine echte Koryphäe, eine Wechseloption für den Rückraum (ist ja anstrengend da) und am Kreis kann eh jeder spielen. Massig Spielanteile für jeden von uns und Ruhm und Ehre noch obendrauf.

HH-Nord ging’s da nicht so gut. Ihr Shooter aus dem Hinspiel hatte aus genau dieser Veranstaltung einen Bandscheibenvorfall und eine gebrochene Rippe davongetragen – die Bandscheibe war wohl vorher schon problematisch – und hat seitdem nicht mehr gespielt. Der Rest der Truppe hatte am Samstag etwas von verirrten Kindern bei Nacht in einem Wald, in dem sich ein unheimliches dunkles, sehr großes, böses und schnelles Wesen herumtreibt.

Allerdings erst ab Mitte der ersten Halbzeit. Das Spiel begann etwas schleppend und fahrig. Man ließ hier mal eine Torchance liegen und war da mal etwas überhastet – samstagabendliche Lässigkeit halt. Dann haben wir einen Gang hochgeschaltet und aus einem 5:6 bist zur Halbzeit ein 5:15 gemacht. Das war schon geil, aber nach einer langen und ausgesprochen erfolgreichen Saison bin ich des Angebens etwas müde und unsere Gegner waren fast durchweg Kinder, die wir mit einem Arm hochheben konnten.

Die zweite Halbzeit war etwas gleichförmiger, aber von ähnlichem Charakter: massig Kontertore, weil die nicht über unsere 6-0 kamen; vorne wurde es etwas aufwendiger, weil sie ihre löchrige offensive Abwehr an den Kreis zurückgezogen hatten. Und Michi Hell hat noch sein Comeback-Tor erzielt. Im Gegensatz zu Martin K. aus dem Spiel heraus… (Grinsesmiley)

Und: Kinder hin, Absteiger her – was wir da zu acht hingestellt haben, war der höchste Sieg in der stärksten Saison, die ich je erlebt habe.

Um die mal zu illustrieren: wir haben

  • nur zwei Ligaspiele verloren und sonst alles gewonnen
  • das Pokalhalbfinale erreicht und dabei drei Bezirksligisten aus dem Weg geräumt
  • die beste Tordifferenz der Liga und die zweitbeste aller Kreisligen
  • die beste Abwehr aller Kreisligen
  • 8 unserer 18 Ligaspiele mit mindestens 10 Toren Vorsprung gewonnen; 3 mit mindestens 15 Toren
  • 11 mal weniger als 20 Gegentore zugelassen; 4 mal weniger als 15 Gegentore
  • drei direkte Freiwürfe verwandelt – einen davon zum Siegtreffer im Pokalspiel

Wir sind objektiv geil. Wir waren in keinem Spiel und für keinen Gegner ein leichtes Opfer. In allen engen Partien – auch in den verlorenen – haben wir eine großartige Mentalität gezeigt und gekämpft bis zum Schluß. Nur für die Meisterschaft waren wir zu blöd – punktgleich zweiter. Wir können stolz auf uns sein.

Allerdings erst nach dem St.-Pauli-Cup. Und jetzt ist auch mal gut mit der Prahlerei. Nächste Saison gibt’s wieder ordentliche Spielberichte.

Es ist übrigens sagenhaft: sobald du einen Außen auf halb verteidigen läßt, fängt er an zu fischen – egal, wer’s ist. Und er kriegt ihn nie!

(arne)

Es spielten: Alv (8), Jonny (10), Michael H. (1), Sascha (2), Felix (Tor), Omar (4), Arne (7), Wilde (1)

Anmerkung: Weil ich jeden Konter mitgelaufen bin, hab‘ ich wohl so oft im Bild gestanden, daß die Mädels vom Kampfgericht mir zwei Tore aufgeschrieben haben, die definitiv nicht meine waren. Ich hab‘ die Alv und Jonny zugerechnet, die ungefähr um die Zeiten die Konter verwandelt haben und mir dafür ein herrenloses Tor aus der ersten Halbzeit genommen :-)

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