TSV Hürup
1. Männer
32
21

TSV Hürup - FC St. Pauli 32:21 (16:11) – Auswärtsspiel am 25.03.2017, 17.00h, Paul Jensen Halle, Hürup

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Auf Expedition

Logbuch des Erkunders des Extremen und Hamburger-Berg-Besteigers Sir Edmund Harnischfeger.

1. Eintrag 25.03.2017, 13:30 Uhr, Base Camp am Heiligengeistfeld:

„Gerade verlassen wir das Base Camp. Die Stimmung der Mannschaft ist ausgelassen, auch wenn uns einige unserer erfahrensten Bergführer fehlen, um am anderen Ende der Welt auf Expedition zu gehen. Ach, manchmal wünschte ich mir, ich könnte mit den Jungs spaßen und so der drohenden Gefahr ins Gesicht lachen. Aber diesen jugendlichen Leichtsinn kann ich mir einfach nicht mehr erlauben. Mir schwant nichts Gutes…“

2. Eintrag 25.03.2017, 13:45 Uhr, Proviantaufnahme Holstenstraße:

„Nachdem nun auch der letzte Sherpa mit den dringend benötigten, tonischen Getränken zu uns gestoßen ist, verlassen wir langsam aber sicher die heimischen Gefilde. Einige von uns waren zwar schon in der vor uns liegenden Region, aber gute Erinnerungen hat kaum einer mit nach Hause gebracht.“

3. Eintrag 25.03.2017, 15:30 Uhr, Hauptstraße 4a, 24975 Hürup:

„54° 44′ 54.835″ N 9° 31′ 36.618″ E
43 Meter über dem Meeresspiegel. Das sind die Koordinaten des Grauens.
Zumindest am Fuße der Bestie sind wir alle heil angekommen. Bereits jetzt ist dies der nördlichste Punkt im Leben zweier Teilnehmer unserer Mission. Doch während der Südländer und der Japaner noch damit beschäftigt sind sich zu akklimatisieren, sind wir anderen bereits voll mit der nächsten Aufgabe beschäftigt. Denn nun gilt es, die schwere Ausrüstung anzulegen und sich geistig auf den Aufstieg vorzubereiten.“

4. Eintrag 25.03.2017, 17:30 Uhr, irgendwo im Gestöber:

„Wir bereuen mittlerweile, die Sauerstoffflaschen im Base Camp zurückgelassen zu haben – wir könnten sie gut gebrauchen. Trotzdem haben wir uns bis hierher einigermaßen gut geschlagen. Die Mannschaft will weiter, wir können den Gipfel bereits in der Ferne erahnen. Offensichtlich scheint keiner außer mir die dunklen Wolken zu bemerken, die sich hinter uns immer dichter zusammendrängen. Alle meine Warnungen sowie mein Flehen umzukehren, solange wir noch können, werden in den Wind geschlagen. Was soll ich bloß tun? Ich kann sie doch nicht alleine ins Verderben ziehen lassen. Und so gehe ich schweren Herzens in den sicheren Untergang…“

5. Eintrag 25.03.2017, 19:30 „Macedonia“ in Flensburg:

„Gott sei Dank, wir haben alle überlebt. Wie durch ein Wunder und nur durch die Hilfe einiger Schutzengel (Beweisfoto über deren Existenz siehe unten), die uns den Weg zurück geleuchtet haben, sind wir aus der Todeszone entkommen.

FCSPH Schutzengel

Mittlerweile wurden wir von freundlichen Südost-Europäern aufgenommen, die sich nun jede erdenkliche Mühe geben, uns mit nahrhaften Speisen und wärmenden Getränken wieder aufzupäppeln. Wir nehmen natürlich dankend an. Doch die Blicke der Männer weichen sich aus. Keiner kann so recht verstehen was in den letzten 90 Minuten passiert ist. Wird unser Leben je wieder das Gleiche sein? Werde ich je wieder lachen und Spaß haben, oder eine Frau lieben können?“

6. Eintrag 25.03.2017, 04:30 „Landgang“ auf St. Pauli:
„Es geht!“

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