1. Frauen
TSV Altenholz
31
22

FC St. Pauli - TSV Altenholz 31:22 (17:6), Heimspiel am 18.03.17 um 18:00 Uhr in der Sporthalle Budapester Straße, St. Pauli

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Schafe im Wolfspelz

Wölfe sind ja in der Regel nicht die allerfriedlichsten Zeitgenossen, munkelt man. Und hinterhältig sind sie mitunter auch. Rotkäppchen kann da ein Lied von singen!
Deswegen hatten wir ja zugegebener Maßen schon ein mini bisschen Angst vor den selbsternannten Altenholzer Wölfinnen (heißen weibliche Wölfe überhaupt so? Na, egal…), gegen die wir am Samstag dann spielen sollten.

Im Hinspiel hatten sie uns mit großen Augen, großen Mäulern und einer 1-Tor-Niederlage nach Hause geschickt. Und da Altenholz auf dem 5. Tabellenplatz verweilt und wir nur den 9. Platz belegten, lag die Favoritenrolle eigentlich auch eher bei dem Wolfsrudel als bei uns, zumal er laut Zeitung vollzählig und eine Niederlage gegen uns streng verboten war.

Auf jeden Fall rechneten wir mit einem harten Kampf Wolf gegen Mensch.
Es kam anders.

Nach 20 Minuten lagen wir mit 11:4 vorne und stellten fest, dass wir gar nicht gegen Wölfe, sondern gegen Schafe spielten, die sich lediglich einen Wolfspelz übergeworfen hatten.
Niedliche kleine Schafe. Knuddelig weich und totaaaaal ungefährlich! Aber so richtig Bock auf Handball hatten die Schafe irgendwie nicht. (Hehe, lustiges Wortspiel… Bock… Schaf… äh… ja…)

Statt mit den wolfsüblichen Krallen mussten sie nun mit ihren kleinen Hufen den glitschigen Ball fangen und werfen, was ihnen sichtlich schwer fiel. Auch alle Versuche, uns zu foulen missglückten, da wir immer sehr weich in ihre kuschelige Wolle fielen, sie dann aber trotzdem das Spielfeld für 2 Minuten verlassen mussten.

Zur Halbzeit führten wir 17:6.

Die zweite Halbzeit gestaltete sich dann zunächst ähnlich, so dass wir in Minute 50 mit 30:14 (!!!) in Führung lagen.
Die Schafe spielten zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr mit, sondern suchten vergebens nach Grasresten auf dem Hallenboden, um selbige zu fressen.

Da es aber nun auch uns etwas langweilig geworden war und die Zuschauer teilweise bereits eingeschlafen waren, versuchten wir durch konsequente Fehlpässe, Fehlwürfe und fehlendes Abwehrverhalten dem Spiel noch etwas Spannung zu verleihen. Dies gelang uns auch insofern, als dass die Schafe sich zumindest wieder ein wenig mit dem Handballspielen beschäftigten und das Spiel dann mit nur 9 Toren Vorsprung an uns ging.
Wer hätte das gedacht, dass man sich im Nachhinein über einen 9-Tore-Sieg gegen den Tabellenfünften ein kleines bisschen ärgern würde…

Und nun mal im Ernst, mal sagen:
Ob wir nun so wahnsinnig gut waren oder Altenholz so wahnsinnig schlecht (ich schätze der Gegner wird Letzteres angeben), sei einmal dahingestellt. Vermutlich war es eine Mischung aus beidem.

Auf jeden Fall konnten wir uns den Luxus erlauben, eine unserer Leistungsträgerinnen auf der Tribüne zu lassen, da wir noch 14 andere Leistungsträger besitzen, die auch alle ihre Tore geworfen haben und wir über 60 Minuten munter durchtauschen konnten, ohne den Spielfluss zu unterbrechen.

Die beiden Punkte sind für unser Projekt „Klasse halten“ enorm wichtig und wir freuen uns mega über sie und über dieses supercoole Spiel (über 50 Minuten).

Die letzten 10 Minuten waren dann für die nächsten anstehenden Spiele vermutlich ein gutes Warnsignal, denn wir wissen nun (hoffentlich alle!!!) wieder, dass auch wir ziemlichen Schafshandball spielen können und der wird gegen StoDo und die Bredis nicht ausreichen, um weiter Punkte gegen den Abstieg zu sammeln.

Forza, eure 1. Schafe

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