SG WIFT
1. Männer
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SG WIFT Neumünster - FC St. Pauli ?:? (?:?) – Auswärtsspiel am 04.03.2017, 103 Minuten vor Anpfiff

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Busfahrt genutzt!

Einen bunten Strauß interessanter Ideen und kosmischer Leichtigkeit sowie eine erregende Vielzahl noch niemals gesehener Spiel-Kombinationen, fachlich einwandfrei ausgeführt bot die in St. Pauli beheimatete Alternativ-Handballmannschaft bei ihrem Auswärtsspiel in Wift.

Die kühle martialische Romantik des neuesten Zukunftsträchtigen-Handballsspiels verbinden die grazilen Angreifer Benjamin Legér und Jan-Niklas Rode und ihre sportlichen Mitstreiter in gelungener Weise mit den neuesten Angriffstechniken des Power Spiels der Achtzigerjahre, wie ihn etwa die Handballlegende Erhard Wunderlich prägte; die überraschenden Spielzüge der Eröffnungsminuten erinnerten hingegen an die Pionierarbeit, die der isländischer Handballtrainer Sigurðsson leistete, als er die die deutsche Nationalmannschaft 2016 zum Europameisterschaftstitel führte. Aber auch die Neuerern Taktik-Justierungen schlugen sich in der Ästhetik des Spiels nieder.

Auf ihrem Weg zum Sieg belästigten erquickende Technobeats über einem niederfrequent brummenden Aggressions-Potential den Genuss des Spiels, dazu gab es herzallerliebste Passagen mit eindeutig auszumachenden gleichgeschlechtlichen Zuneigungsbekundungen zu sehen. Spieler Renke Behrens schmachtete kompetent in sämtlichen Schmerzregistern und modulierte sein Spiel zugleich derart, dass zwischen Ersticktem-Quieken, Männerbefindlichkeitsbarmen und körnigem Passivspiel manchmal nur Millisekunden lagen.

Das gesamte Spiel folgte konsequent den Prinzipien des aleatorischen Kombinierens, das erstmals Anfang der Fünfzigerjahre von John Cage im Rückgriff auf das chinesische Orakelbuch „I Ching“ entwickelt wurde.
Nach ihrem grandiosen, von breitem Publikumsschichten gleichwohl zu wenig gewürdigten Fast-Aufstiegs (2016), hat die Mannschaft in Eigenregie sichtliche Fortschritte erzielt und ihren Spielstil neu arrangiert. Eine gute Entscheidung: Denn das was wir am 04. März 2017 in Wift zu sehen bekamen, ist das mutigste, reifste und innovativste Handballspiel, das die Welt bisher erlebt hat.

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