5. Männer
Bramfelder SV 2
24
17

FC St. Pauli 5 – Bramfelder SV 2 24:17 (12:8), Heimspiel am 28.01.2017, 16:00 Uhr, Halle Budapester Straße

––

Klassenunterschied – außer beim Gegenstoß

Wilde weilte im Wochenende, Sascha konnte nicht. Christian war weg und Jonny auf Junggesellenabschied in Polen. Und Holger nicht fit und Leon auch nicht und Simon schon gar nicht. Martin K. noch rekonvaleszent.

Blieben drei Rückraumspieler, ein Kreis, drei Torhüter und ‚ne Menge Außen. Gegen den Tabellenletzten. Direkt vor dem Spiel der ersten Männer – also tüchtig Publikum. Und Bramfeld hat letzte Woche unvermittelt gegen Norderstedt gewonnen. Sind sie plötzlich in Form oder haben jetzt ‚nen zweiten Shooter?

Sowas kann sehr peinlich werden. Also Nachfrage bei der sechsten, in der es von spielfreudigen und -berechigten Recken nur so wimmelt. Leider spielen die zeitgleich auswärts. Uns wird mulmig.

Aber der Handballgott hat uns gern: Arne Stark meldet sich aus dem fernen Springe (glaub‘ ich…), daß er zufällig in Hamburg wäre und den Spielerpaß benutzen würde, der noch bei uns rumliegt. Und Michi Hell darf wieder Sport treiben. Und mir gelingt es, Christian Müller (der ja fast schon im handballerischen Ruhestand ist) davon zu überzeugen, daß ein Einsatz bei uns viel lohnender ist als ein Sonntag im Stadion (er darf nur einmal pro Wochenende). Und Markus Tischler ist auch zufällig mal wieder im Lande. Der hat zwar keinen Paß mehr, ist aber ganz groß im Anfeuern. Unser Trainer konnte sein Trikot zuhause lassen. Was sind wir doch für’n cooler Verein.

Es hat geklappt. Bramfeld hat nicht gemerkt, daß es uns nicht so gut ging. Wie im Hinspiel waren sie größtenteils damit beschäftigt, den Ball zu fangen. Nur ihr Shooter hat uns wieder geärgert. Wir dachten eigentlich, den hätten wir im Griff, aber irgendwie ist er nicht totzukriegen und macht auch gute Kreisanspiele. Es gab sehr viele Siebenmeter. In der zweiten Halbzeit haben wir ihn rausgenommen, was leidlich gut klappte, weil er wild am Kreis hin- und herlief und wir ein Weilchen brauchten, das mit der Übergabe zu regeln.

Sie blieben auch deshalb viel zu lange an uns dran, weil wir haufenweise Gegenstöße verdaddelt haben – Ball nicht gefangen oder Torwart angeworfen (der war aber auch gut) oder Holz getroffen. Zum Haareraufen! Natürlich gingen auch ein paar Konter rein; bei gefühlten zwanzig Gegenstößen bleibt das nicht aus. Einmal hat der gegnerische Keeper sich so über Omars Torwurf aufgeregt, daß er vom Feld flog. Die daraus wiederum resultierenden Konterchancen aber haben wir dann alle versemmelt. Generell waren wir ein bißchen zu überheblich; da wurden einige Würfe genommen, die keine rechte Aussicht auf Erfolg hatten.

Die lange Zeit doch recht enge Ergebnislage verzögerte auch den Einsatz der Joker. Christian allerdings mußte relativ früh ran, weil dem alten Mann auf halbrechts (mir) die Puste ausging. Und dann nochmal an den Kreis, als Michel sich in der 44. Minute seine dritte Zeitstrafe abgeholt hatte. Einmal übrigens wegen Meckerns…

Da war es schon gut, daß Bo und Malte durchspielen konnten, sonst wär’s im Rückraum wirklich eng geworden. Malte ist das ja fast gewohnt; Bo hat sich mit am Ende ziemlich rotem Kopf durchgebissen.

Während Christian vor allem die Abwehr stabilisierte, war es Arne Stark als unserem Ehrengast (er bekam vor dem Spiel feierlich ein Trikot mit seiner alten Nummer überreicht) vorbehalten, den Sack zuzumachen. Kaum auf dem Feld, nagelte er zwischen Minute 44 und 47 von Linksaußen einen astreinen Hattrick in die Maschen, als hätte er nie etwas anderes getan und stellte damit auf 19:14. Sollte ich noch einen zweiten Spielbericht schreiben, werde ich behaupten, daß wir das alles genau so geplant hatten. Danach allerdings fiel bei ein paar Kontern (what else?) schon auf, daß ihm etwas die Spritzigkeit fehlte. Da sind wir von Omar inzwischen anderes gewohnt. Tennistraining allein scheint nicht zu reichen.

Bramfeld hat derweil tapfer gekämpft, hatte mit nur zweieinhalb wettbewerbsfähigen Spielern (incl. Torwart) aber nie auch nur den Hauch einer Chance. Das Ergebnis fiel um mindestens fünf Tore zu niedrig aus.

Die schönsten Tore hab‘ übrigens – bei aller Bescheidenheit – ich gemacht: einen Rückhand-Lob über den Torwart nach Sprung in den Kreis (Abpraller) und ein Ding mit links im Fallen, nachdem ich bei einem Konter ausgesprochen strafwürdig angegangen wurde. 3 Grinsesmileys. Meine Frau mag’s schon nicht mehr hören.

(arne)

Es spielten: Bü (Tor), Alv (4), Michel (1), Michael H., Bo (5), Felix (Tor), Omar (4), Malte (3), Flo, Christian Müller, Arne R. (3), Volker (1), Arne Stark (3)

––