HT Norderstedt
1. Frauen
22
23

HT Norderstedt - FC St. Pauli 22:23 (13:11), Auswärtsspiel am 15.01.2017, 14:00 Uhr (viel zu früh) im Schulzentrum Süd in Norderstedt

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Spiel nicht mit den Schmuddelkindern

Im Keller ist’s dunkel. Und stickig. Staubig. Schlechte Luft ist da. Und meistens etwas feucht. Im Keller wohnen Spinnen. Manchmal sogar Mäuse oder Ratten.

Im Keller spielen nur die Schmuddelkinder.

Da wird nicht mit der Geige geübt. Da werden keine Bücher gelesen und auch keine filigranen Holzschiffchen zusammengebaut. So etwas tun Schmuddelkinder nicht.

Schmuddelkinder spielen Verstecken. In den dreckigsten Kellerecken. Verstecken sich hinter oder sogar in der Waschmaschine. Schmuddelkinder kämpfen miteinander. Sie rangeln. Bis einer am Boden liegt und das Blut aus der Nase tropft oder mindestens die Jeans am Knie aufgescheuert ist. Schmuddelkinder bewerfen sich mit Matsch. Schmuddelkinder haben Rotznasen (zumindest die Linkshänder, die am Anfang deswegen nicht mitspielen dürfen).

Wir sind Schmuddelkinder. Die Mädels aus Norderstedt auch.

Entsprechend schön gestaltete sich das Kellerduell am letzten Wochenende.

Es wurde gekratzt, gebissen, gepöbelt, sich schreiend auf den Boden geworfen und geschubst, bis einer der Papis das entsprechende Schmuddelkind für zwei Minuten auf die stille Bank beorderte. Schmuddelkindern ist das egal. Sie machen einfach weiter.

Handball gespielt wurde wenig. Zumindest von unserer Seite nicht. In der ersten Halbzeit gar nicht, in der zweiten zumindest Phasenweise.

Rotznase Samira konnte 15 Sekunden vor Schluss noch einen 7-Meter rausholen und Schmuddelkind Liv diesen verwandeln, so dass wir zumindest die beiden hinter den Heizungsrohren versteckten Punkte aus dem Keller mitnehmen konnten. Ein schmuddeliger Sieg. Glück gehabt.

Nun sind wir vorerst raus aus dem Keller und sitzen auf der Kellertreppe. Auf der stillen Treppe. Zum Nachdenken und sich beruhigen. Und zum Geigenunterricht nehmen. In Ahrensburg. Beim Pokalspiel…

Aber Geigenlehrer nehmen keine Schmuddelkinder. Auch nicht in Ahrensburg. Das Pokalspiel ging verloren. Mit blutiger Nase und zerbrochener Geige. Mist!

Also nochmal rauf auf die stille Treppe und etwas anderes überlegen, wie man das Schmuddelkind-Image wieder loswird… bis Samstag ist noch Zeit. Dann geht’s gegen Ellerbek. Nicht im Keller, aber in der Hölle. Unserer Hölle. Budapester Straße 58. 16:00 Uhr. Es kann nur besser werden!

Forza, eure Schmuddelkinder von den 1. Frauen

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